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Stärken Sie Ihr Herz

Herzkreislauferkrankungen sind in den industrialisierten Ländern Todesursache Nummer eins mit eineme Anteil von mehr als 50% aller Gesamttodesfälle. Einige dieser Erkrankungen sind nicht zu spüren und trotzdem gefährlich, andere können, wenn sie nicht zum Tod führen, Quelle unglaublichen Leidens sein.

Die wichtigsten Erkrankungen sind:

  1. Die koronare Herzerkrankung (häufigste aller tödlichen Herzkreislauferkrankungen)- Sie führt zum Herzinfarkt
  2. Die Hirngefäßerkrankungen mit dem Schlaganfall als Folge
  3. Die Hypertonie (erhöhter Blutdruck) als wichtiger Risikofaktor, wobei in den letzten Jahren die Grenzwerte auf Grund klinischer Untersuchungen ständig reduziert werden mußten.
  4. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Raucherbein)
  5. andere (Atherosklerose und Gefäßverschlüsse der Nieren, des Darmes, etc.)

All diesen Erkrankungen ist die Artherosklerose (im Volksmund oft „Gefäßverkalkung“) gemeinsam. Diese tritt im Laufe des Lebens, als Ausdruck der Alterung bei jedem auf.

Risikofaktoren sind dafür verantwortlich, wie schnell diese „Alterung“ voranschreitet.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  1. Hypertonie
  2. Rauchen
  3. Familiäre Belastung
  4. erhöhte Blutfettwerte (insbesondere erhöhte Cholesterinwerte, LDL Cholesterin und ein erhöhter Cholesterinquotient)
  5. Übergewicht, wenn sie als „viszerale Adipositas“ (Apfelform) vorliegt
  6. Zuckerkrankheit
  7. und Trainingsmangel

Die Wichtigkeit einiger dieser Risikofaktoren können als Multiplikator für das zusätzliche Risiko angegeben werden. Dies bedeutet, dass wenn Sie Rauchen und nicht Fit sind sich Ihr Risiko um 3,74 (für Rauchen)*3,85( mangelnde Fitness)=14,4x gegenüber jemandem der diese Risikofaktoren nicht hat erhöht einen tödlichen Herzinfarkt zu erleiden.

riskfactor 

Eine Veränderung dieser Risikofaktoren kann also direkt als antiaging Massnahme verstanden werden.

Doch wie kann man Fitness messen?

Es gibt zahlreiche Tests zur Bestimmung von Leistungsfähigkeit. Es können Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, usw. getestet werden. Die häufigste und damit auch bestuntersuchte Form sind Ergometer Tests. Diese sind gut reproduzierbar und geben einen guten Gesamteindruck vom Fitnesszustand. Um die Werte vergleichbar zu machen (v.a. auf Grund der großen Gewichtsunterschiede) werden oftmals Angabe in pro Kilogramm Körpergewicht gemacht. Hier lassen sich nun Angaben wie

  • die Leistung in Watt/kg
  • die Sauerstoffaufnahme in ml/min kg
  • oder in sog. Metabolischen Einheiten (MET´s)

machen die den Fitnessgrad beschreiben.

trainingvalues

Allgemein hat sich heute im Bereich der Medizin in den meisten Bereichen die „MET“ durchgesetzt. Dies wird in entsprechenden „Sterbekurven“ benutzt.

mortality

Diese zeigen dass bei durchschnittlich 60 jährigen die Todesrate mit dem Abfall der Leistungsfähigkeit erheblich zunimmt. Dies gilt sowohl für Gesunde wie auch bereits an einer koronaren Herzerkrankung erkrankte. Sie liegt bei den „Fitten- Gesunden“ bei ca. 10% in 14 Jahren, bei den „Fitten-Kranken“ schon bei 25%. Interssanterweise ist sie jedoch bei den „NichtFitten“ immer bei mehr als 50%! Dies bedeutet dass jeder zweite der „Couch potatoes“ nach 14 Jahren Tod war, egal ob ursprünglich gesund oder krank. Man erkennt auch, dass auch bereits wenig Trainierte eine bessere Prognose haben als die Untrainierten.

Einer der Gründe warum das so ist, dürfte nicht nur der Fitnesszustand alleine sein, sondern auch die positive Beeinflussung der anderen Risikofaktoren, wenn man Fit ist:

  • Fitte essen gesünder
  • Fitte kommen mit Stress besser zurecht
  • Fitte haben niedriger Blutdruckwerte (Die Wirkung von Training entspricht im Schnitt ca. einem mittelstark wirksamen blutsenkenden Medikament)
  • Fitte entwickeln seltener Diabetes (s. Artikel der Herbstausgabe 2008)
  • Fitte haben niedrigere Cholesterinspiegel
  • Fitte rauchen seltener
  • Fitte wiegen weniger

Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen die alle großen medizinischen Fachgesellschaft bewogen haben dies in ihre Behandlungsempfehlungen zu berücksichtigen und Training sowohl bei den „noch“ gesunden (Primärprävention) als auch bei den bereits Kranken (Sekundärprävention) als Therapiebestandteil empfehlen.

Der Effekt ist im Schnitt zumindest noch einmal so groß, wie der von derzeit vorhandenen Medikamenten!

Als zusätzlicher Effekt ermöglicht Training die Schließung der sog. Fitnesslücke, einem Phänomen bei dem im Alter durch Schwund der Skelettmuskulatur es zur zunehmenden Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit kommt. Wenn dies ein gewisses Maß überschreitet werden selbst einfachste Handlungen unmöglich und man benötigt Hilfe von außen. Diese „vorzeitige Pflegebedürftigkeit“ kann durch Training hinausgezögert und verkürzt werden.

fitnesslcke

Die Angaben wie viel und was sind sehr unterschiedlich. Es finden sich Angaben von täglich über 2x/Wo, bis hin zu Kalorieverbrauch beim Sport pro Woche als Empfehlungen. Es wurden auch die unterschiedlichsten Trainingsformen untersucht und Ausdauertraining, Intervalltraining, Krafttraining, Kraftausdauertraining, etc. empfohlen.

Ich empfehle:

  1. zu Beginn eine ärztliche Untersuchung zur Feststellung von bereits bestehenden Risikofaktoren und Herzkreislauferkrankungen und allfälligen Problemen des Bewegunsappartes.
  2. Eine adäquate, d.h. Symptomlimitierte Leistungsdiagnostik als Basis für die Trainingsberatung
  3. Die Erstellung eines individuellen „Trainingsrezepts“ das Art, Dauer, Intensität, Häufigkeit und Steigerung der Trainingsbelastungen enthält. Dabei sollten Grundlagenausdauer-, Maximalkraft- und Gleichgewichts/ Koordinationskomponenten enthalten sein.
  4. Die Beratung zur Integration in den normalen Lebensablauf (Stichwort Zeitmanagement- das Training sollte nach einer weniger Zeit beantspruchenden Anfangsphase in den Beibehaltungsphase nicht mehr als 3-6 Stunden/ Woche beanspruchen)
  5. Einige Trainingsformen und Trainingsarten erfordern Anfangs eine Schulung um das Verletzungsrisiko zu verringern

Zusammenfassend ist körperliches Training als Voraussetzung für körperliche Fitness die wahrscheinlich beste „Lebensversicherung“, die wir derzeit kennen. Sie schützt aber nicht nur unser Leben, sie verzögert und verkürzt jene Zeit in der wir möglicherweise als Pflegefall Hilfe von anderen benötigen.

 

Literatur beim Verfasser:

Dr. Thomas Quinton

 

 

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