Sunday, 05 February 2012

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Geschrieben von Dr. Dora Kiss   
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Schnarchen kann krank machen
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60 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen über 60 schnarchen. Manche Schnarchnasen leiden an gefährlicher Schlaf-Apnoe und wissen es gar nicht.

Mag. Markus M. weiß nicht mehr weiter

Der 58-Jährige fürchtet vor jeder Sitzung die Peinlichkeit einzunicken. Zeitunglesen? Unmöglich, nach kurzer Zeit übermannt ihn die Müdigkeit. In der Früh wacht er gerädert auf. Und auch die Ehefrau leidet, weil der erfolgreiche Unternehmer in der Nacht schnarcht und unzählige Male laut nach Luft schnappt. Sie ist längst ins ehemalige Kinderzimmer übersiedelt, für eheliche Vergnügen ist der Gatte sowieso zu müde.

Der Akademiker war wegen seiner Erschöpfung bereits bei mehreren Ärzten, die ihm allerdings nicht helfen konnten. Der Lungenfacharzt kommt auf die Idee, dass Schnarchen die Ursache allen Übels sein könnte und  führt eine ambulante Schlafuntersuchug durch. Dazu gibt er dem Patienten über Nacht ein Screeninggerät zur Schlafbeobachtung mit nach Hause. Mit dem Ergebnis schickt er Mag. M. in das Schlaflabor des Wiener Hartmannspitals. Um 19.30 checkt Markus M. ein, beantwortet die Fragen des Anamnesebogens und bekommt Gurte mit vielen Sensoren angelegt. Im Pyjama geht er verkabelt zu Bett, über Nacht werden Hirnstrommessungen, Sauerstoffsättigung, Atembewegungen und Schnarchen genauestens protokolliert. Über eine Kamera werden die Schlafpositionen des Patienten registriert.

Am nächsten Morgen bespricht Oberärztin Dr. Brandl das Ergebnis mit dem - wieder einmal - unausgeschlafenen Mann: „Sie hatten 44 mal pro Stunde ein Atemereignis. Dabei kam es jedesmal zu Atemstillständen von 34 bis zu 45 Sekunden. Das entspricht einer mittelgradigen Schlafapnoe, extreme Fälle haben Aussetzer bis zu 90 Sekunden."

Etwa vier Prozent aller Österreicher leiden an OSA (Obstruktive Schlaf- Apnoe),

die meisten, ohne es zu wissen. Je länger nicht geatmet wird, umso geringer ist die Sauerstoffsättigung im Blut. Diese Schnarcher erreichen die ganze Nacht lang keine Tiefschlafphase und nur selten Traumschlaf. Diese Schlafstadien sind aber zur Regeneration des Körpers lebenswichtig. Mittelfristige Folgen: Tagesmüdigkeit, erhöhte Einschlafneigung bis hin zum gefürchteten Sekundenschlaf, morgendliches Kopfweh, Bluthochdruck, Erschöpfung bis zur Depression. Diese Symptome erhöhen stark das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko: Patienten mit unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe haben eine schlechtere Lebensqualität, eine erhöhte Unfallgefahr und eine 3-6fach erhöhte Sterblichkeit.



Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 20 January 2010 )
 
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