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Die Behandlung von Gelenks-, insbesondere Rückenproblemen ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Bereits in ägyptischen Grabzeichnungen finden sich manualtherapeutische Anwendungen. Den Eingang in die Schulmedizin fanden diese Techniken seit dem Ende des 2.Weltkriegs, wobei die Entwicklung im angelsächsischen Raum und in Mitteleuropa sehr unterschiedlich verlief. Während die Osteopathieausbildung im angelsächsischen Raum bereits seit vielen Jahren einen eigenen Studienzweig, unabhängig von dem der klassischen Medizin, darstellt, ist die Ausbildung in Europa in erster Linie durch Zusatzausbildungen nach dem Medizin- Studium geregelt. In Österreich wird die Ausbildung im Rahmen der Diplomausbildungen seit einigen Jahren integriert und umfasst eine zumindest 1,5-jährige berufsbegleitende und praxisorientierte Schulung, die von verschiedenen Fachgesellschaften angeboten wird und mit einem eigenen Prüfungskurs abschließt.
Leider herrscht auch unter Medizinern noch immer so etwas wie eine babylonische Sprachverwirrung über die verschiedenen Begriffe. Grundsätzlich sind in Österreich alle Verfahren unter dem Begriff der "Manuellen Medizin" subsumiert. Ähnlich der Psychotherapie existieren jedoch verschiedene Schulen, die eigene Begriffe für ihre Tätigkeit benutzen (Chirotherapie, Chiropraktik, Osteopathie um nur die gebräuchlichsten zu nennen).
Als Grundprinzip ist ihnen jedoch die Benutzung der Hand als Hauptdiagnostikinstrument und als primäres Therapiewerkzeug gemeinsam. Seit einigen Jahrzehnten bemühen sich die meisten Fachgesellschaften auch intensiv um Forschungstätigkeit, um dieses Spezialgebiet aus dem Dunstkreis "alternativer" oder "paramedizinischer" Techniken zu holen. Heute ist die Manuelle Medizin bereits ein akzeptiertes Verfahren und hat damit auch bereits Eingang in Kostenersatzrechnungen von Versicherungen gefunden. Dies auch deswegen, da diese Techniken bei richtiger Indikationsstellung und richtiger Anwendung, erheblich zur Verbesserung des Gesundheitszustandes, der Arbeitsfähigkeit und damit auch zu Kostenreduktion im Gesundheitswesen beitragen kann. Der maschinelle Aufwand bleibt gering und die Patienten- Arztbeziehung wird durch das direkte Arbeiten, die beHANDlung, zusätzlich gestärkt.
Schmerzen des Bewegungsapparates sind auf vielfältige Ursachen zurück zu führen. Diese sind im zunehmen begriffen. Waren früher meist Verletzungen, Infektionen und Überbeanspruchung dafür verantwortlich, sind es heute hauptsächlich Fehlbelastungen und mangelhafte körperliche Aktivität die zu Problemen führen. Wie bei jeder medizinischen Technik muss vorerst eine genaue Diagnose vor Einleitung einer Therapie gestellt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen gehören Untersuchunungsverfahren wie die klinisch orthopädische Untersuchung, Röntgenaufnahmen, moderne Schnittbildverfahren (CT und MR), aber auch Laboruntersuchungen manchmal dazu. Definitionsgemäß sind nur so genannte Funktionsstörungen chirotherapeutischen Techniken zugänglich. Manifeste Organveränderungen wie Knorpelschäden, Bandscheibenvorfälle, Verknöcherungen etc., führen zwar oft auch zusätzlich zu funktionellen Problemen, sind aber selbst nur durch den entsprechenden Spezialisten primär zu behandeln. Die Therapie erfolgt auf einer Spezialliege, die eine optimale Lagerung des Patienten und damit Entspannung der betroffenen Regionen ermöglicht. Es wird zwischen mobilisierender und manipulativer Technik unterschieden. Erstere wird auch etwas irreführend oft als weiche Technik, die auch Ähnlichkeit mit Massagetechniken hat, bezeichnet. Sie darf auch von ausgebildetem Fachpersonal wie zum Beispiel Physiotherapeuten, und Masseuren, durchgeführt werden. Die Manipulation ist in Österreich ausschließlich Ärzten vorbehalten. Hier wird die funktionelle Störung mit einem Hochgeschwindigkeitsimpuls korrigiert. Der Begriff "harte" Technik ist insofern irreführend als es bei keiner dieser Maßnahmen zum zusätzlichen Auftreten von Schmerzen kommen soll. Oftmals existieren sog. Begleitblockierungen, die ebenfalls, auch wenn sie keine Beschwerden machen korrigiert werden sollten, da sie die "Statik" nachteihaft beeinflussen können. Im Idealfall ist eine Sitzung ausreichend, gelegentlich können aber auch mehrere Sitzungen, vor allem bei sehr akuten oder lange chronischen Problemen notwendig sein. Auch der Einsatz von Injektion und die Einnahme von Medikamenten einige Tage vor einer Behandlung ist manchmal notwendig.
Einen letzten wichtigen Punkt stellt die Nachsorge dar, die einem Wiederauftreten der Beschwerden vorbeugen soll. Da diesen Beschwerden meist eine muskuläre Dysbalance vorangeht ist es sinnvoll diese durch gezieltes Training auszugleichen. Hier sei vor allem die Teilnahme an Rückschul- Kursen und ein regelmäßiges körperliches Training besonders betont.
Zusammenfassend ist die manuelle Medizin heute ein in Österreich anerkanntes Heilverfahren, das in der Hand des ausgebildeten Arztes eine ausgezeichnete Ergänzung in der Behandlung von Schmerzzuständen des Bewegungsapparates bildet.
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